Lügenfresse

Wolfsgeruch liegt in der Luft, die Nase des Hundes irrt sich nicht. Umschlungen von Wäldern liegt diese Weide und längst haben die Wölfe gewittert, welch liebliche Schäflein hier grasen. Habt keine Angst, sorgt euch nicht, der Hund wird die üblen Biester bald vertreiben, schon folgt er ihrer Spur. Sein Stolz, Schutz und Schild dieser Herde zu sein, ist grenzenlos, zumal der Hirte schläft und nun der Hund die volle Verantwortung trägt.
„Liebe Brüder“, spricht der Wolf, „ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
„Määh, schön ist das, määh.“, antworten die Schafe. „Aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Augen?“
„Damit ich den Hund besser sehen kann! Den Hund, der uns alle fressen will!“
„Aber der Hund schützt doch die Herde!“
„Der Hund hat nie ein Schaf gefressen!“
Gierig grinst der Wolf. „Das glaubst du nur, weil du es selbst nie gesehen hast! Aber am anderen Ende der Weide, da frisst der Hund die Schafe, ich hab es selbst gesehen!“
Die Weide ist so groß, dass man den Hund tatsächlich schon lange nicht mehr gesehen hat, und die Worte des Wolfs machen den Schafen Angst.
Kommt der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen. „Ist hier der Wolf?“, bellt er.
„Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
„Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
Zieht ab der Hund, zieht ab der Wolf.
„Liebe  Brüder“, spricht der Wolf zur nächsten Gruppe Schafe, „ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
„Määh, schön ist das, määh.“, antworten die Schafe, „aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Ohren?“
„Damit ich den Hund besser hören kann! Den Hund, der uns alle fressen will!“
Auch hier empören sich die Schafe zunächst, doch der Wolf versichert es ihnen immer und immer wieder, bis ihre Wolle vor Angst sich kringelt.
Kommt wieder der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen. „Ist hier der Wolf?“, bellt er.
„Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
„Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
„Aber es riecht hier nach Wolf!“, bellt der Hund nun lauter. „Ihr Schafe, ich bitte euch! Ihr wisst ich bin ein Hund und habe nur eine Nase aber nix auf den Augen und Fell in den Ohren! Der Wolf hat große Augen, große Ohren und große Zähne! Seid ihr sicher, dass ihr nirgends einen Wolf sehen könnt?“
„Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
„Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
Zieht ab der Hund, zieht ab der Wolf.
„Liebe  Brüder“, spricht der Wolf zur nächsten Gruppe Schafe, „ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
„Määh, schön ist das, määh.“, antworten die Schafe, „aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Zähne wie ein Wolf?“
„Damit ich den Hund besser fressen kann! Ihn fressen, bevor er uns frisst!“
Die Worte des Wolfes haben sich mittlerweile überall auf der Weide herumgesprochen. „Ja, määh, ihn fressen, ihn fressen, bevor er uns frisst, määh!“, rufen die Schafe.
Kommt ein letztes Mal der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen. „Ist hier der Wolf?“, bellt er.
„Du bist der Wolf, du bist der Wolf!“, mähen die Schafe und fressen den Hund.
Der Wolf aber heult, denn ein voller Mond ist herangezogen, und das ganze Rudel versammelt sich zu einem Festmahl.

Wolfsgeruch liegt in der Luft, die Nase des Hundes irrt sich nicht. Umschlungen von Wäldern liegt diese Weide und längst haben die Wölfe gewittert, welch liebliche Schäflein hier grasen. Habt keine Angst, sorgt euch nicht, der Hund wird die üblen Biester bald vertreiben, schon folgt er ihrer Spur. Sein Stolz, Schutz und Schild dieser Herde zu sein, ist grenzenlos, zumal der Hirte schläft und nun der Hund die volle Verantwortung trägt.
Wolf: „Liebe Brüder, ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
Schafe: „Määh, schön ist das, määh.“
Schaf: „Aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Augen?“
Wolf: „Damit ch den Hund besser sehen kann! Den Hund, der uns alle fressen will!“
Schaf: „Aber der Hund schützt doch die Herde!“
Schaf: „Der Hund hat nie ein Schaf gefressen!“
Wolf: „Das glaubst du nur, weil du es selbst nie gesehen hast! Aber am anderen Ende der Weide, da frisst der Hund die Schafe, ich hab es selbst gesehen!“
Die Schafe schauen sich um. Die Weide ist so groß, dass man den Hund tatsächlich schon lange nicht mehr gesehen hat, und die Worte des Wolfs machen den Schafen Angst. Kommt der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen.
Hund: „Ist hier der Wolf?“
Schafe: „Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
Wolf: „Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
Zieht ab der Hund, zieht ab der Wolf. Einige Schafe trotten langsam umher, die Gruppen mischen sich.
Der Wolf geht zur zweiten Gruppe Schafe.
Wolf: „Liebe  Brüder, ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
Schafe: „Määh, schön ist das, määh.“
Schaf: „Aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Ohren?“
Wolf: „Damit ich den Hund besser hören kann! Den Hund, der uns alle fressen will!“
Schaf: „Das glaube ich nicht!“
Schaf: „Der Hund ist unser Freund!“
Wolf: „Ein toller Freund, der für Leid und Tod der Schafe verantwortlich ist! Er ist es, der denn Schäfer vertrieben hat!“
Kommt wieder der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen.
Hund: „Ist hier der Wolf?“
Schafe: „Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
Wolf: „Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
Hund: „Aber es riecht hier nach Wolf! Ihr Schafe, ich bitte euch; ihr wisst, ich bin ein Hund und habe nur eine Nase aber nix auf den Augen und Fell in den Ohren! Der Wolf hat große Augen, große Ohren und große Zähne! Seid ihr sicher, dass ihr nirgends einen Wolf sehen könnt?“
Schafe: „Nein, määh, nur wir Schafe, määh, nur wir Schafe.“
Wolf: „Ja, grrr, nur wir Schafe, grrr, nur wir Schafe.“
Zieht ab der Hund, zieht ab der Wolf. Einige Schafe trotten langsam umher, die Gruppen mischen sich.
Der Wolf geht zur dritten Gruppe Schafe.
Wolf: „Liebe  Brüder, ist es nicht schön, ein liebes Schaf zu sein?“
Schafe: „Määh, schön ist das, määh.
Schaf:  „Aber sag, lieber Bruder, warum hast du so große Zähne wie ein Wolf?“
Wolf: „Damit ich den Hund besser fressen kann! Ihn fressen, bevor er uns frisst!“
Die Worte des Wolfes haben sich mittlerweile überall auf der Weide herumgesprochen.
Schafe: „Ja, määh, ihn fressen, ihn fressen, bevor er uns frisst, määh!“
Kommt ein letztes Mal der Hund, nur Wolfsgeruch in der Nase und nix auf den Augen.
Hund: „Ist hier der Wolf?“
Schafe: „Du bist der Wolf, du bist der Wolf!“
Die Schafe stürzen sich auf den Hund und fressen ihn. Der Wolf heult, weitere Wölfe treten heulend auf die Bühne, das ganze Rudel versammelt sich zu einem Festmahl.