Vom Kriege entzweit, strömen zahllose Menschen,
gen Westen über die grünende Flur.
Teils Hoffnung, teils Schwermut prägt ihren Blick.
Die alte Heimat, in ihrer Schwäche,
die rauen Berge, ließ man zurück.
Vor dort her starten sie, fliehend, nun,
ohnmächtig trauernd die rädernde Reise,
in Booten über das mittlere Meer;
aber kein Fremdes duldet der Weiße!
Überall regt sich Bildung und Streben,
er will es nicht teilen, hat was dagegen.
Es sei doch schon bunt genug im Revier;
sie fordern braune Sümpfe dafür.
Kehre dich um von dieser Schande,
das alte Feuer anzufachen!
Aus den hohlen finstern Köpfen,
dringt hervor die häßlichste Hetze.
Hetzen über Muslims gern;
die feiern ja nicht die Auferstehung des Herrn!
Doch auch sie sind auferstanden:
aus heimicher Häuser tristen Trümmern,
aus besetzten Straßen und brennenden Städten,
aus dem Druck von Wahn und Waffe,
aus des Peinigers lähmender Enge,
aus des finstersten Tales finsterster Nacht,
sind sie alle – fast – ans Licht gebracht.
Sieh nur sieh! Wie beengt doch die Menge,
in Lagern und Feldern aus Zelten verweilt,
wie die Grenz in Breit und Länge,
so manche müde Familie zerteilt.
Und, bis zum Sinken überladen,
versinkt nun auch der letzte Kahn,
selbst von des Lesbos bunter Insel,
blinken uns gräßliche Bilder an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel:
„Hier ist des wahren Volkes Himmel!“
Bedrücket jaulet groß und klein:
„Ich bin doch Mensch, lasst mich rein!“